- Bürgerinfoveranstaltung in Chemnitzer Stadthalle am 26. August 2026
- VMS, Stadt Chemnitz und CVAG wollen „Leipziger“ neugestalten
- Entscheidung dafür trifft der Stadtrat voraussichtlich im Oktober 2026
Chemnitz – Stufe 4 des Chemnitzer Modells sieht den Bau einer Bahnstrecke nach Limbach-Oberfrohna vor. Im zweiten von fünf Planfeststellungsabschnitten (PFA) ist der Umbau der Leipziger Straße in Chemnitz vorgesehen. Erste Pläne, die sogenannte Vorzugsvariante, stellten VMS, Stadt Chemnitz und CVAG am 26. August 2026 in der Stadthalle öffentlich vor.
Darum geht es: Der PFA 2 schließt am Konkordiapark an den PFA 1 (Chemnitzer Bahnring plus Hartmannstraße) an. Dieser zweite Abschnitt führt über eine Länge von 1,8 Kilometern die Leipziger Straße stadtauswärts und endet am Eissportzentrum.
Das soll laut Vorzugsvariante entstehen: Neue Doppelgleise für CVAG und City-Bahn. Sie liegen im Abschnitt Konkordiapark <> Mittelstraße in Randlage der Straße (stadtauswärts rechts) und im Abschnitt Mittelstraße <> Eissportzentrum in mittlerer Lage. Dazu kommen Radwege und breite Fußwege. VMS-Geschäftsführer Mathias Korda: „Wir planen die komplette Neugestaltung der Leipziger Straße.“ Nach Fertigstellung des Abschnitts bis Chemnitz-Center werden hier bis zu 8 Bahnen stündlich je Richtung verkehren. Für Kraftfahrzeuge sind weiterhin vier Fahrstreifen vorgesehen mit zum Teil neuen Linksabbiegestreifen.
Im Zuge der Leipziger Straße wird zwischen Hartmannstraße und Wittgensdorfer Straße der bestehende Verkehrsraumes mit regelkonformen Breiten für die Belange der Straßenbahn, des motorisierten Individualverkehrs, für Fußgänger, Radfahrer und Straßenbegleitgrün neu aufgeteilt. Um die Einordnung der Straßenbahntrasse zu ermöglichen werden insbesondere im südlichen Abschnitt Stellplätze entfallen. Die wegfallenden Parkplätze werden durch die Neuanlage von Stellplätzen im Bereich zwischen Glauchauer Straße und Küchwaldring teilweise kompensiert.
Die Vorzugsvariante sieht neue Radwege auf beiden Seiten der Leipziger Straße vor. Die konkrete Ausgestaltung der Kreuzungen und der Übergänge zu den anschließenden Radwegen wird in den folgenden Planungsphasen noch detailliert untersucht.
Die vorhandenen Bäume entlang der Strecke sollen nach Möglichkeit, sofern es Lage und Höhe der neuen Verkehrsanlage zulassen, erhalten bleiben. Die Eingriffe in den Konkordiapark, den Park Leipziger Platz und den Küchwaldpark sollen möglichst gering gehalten werden. Bei notwendigen und unvermeidlichen Baumfällungen werden Ersatzstandorte für Neupflanzungen im Planungsbereich gesucht. Das Rasengleis im Bereich der Straßenbahntrasse und eine begleitende Gehölzallee sollen die Leipziger Straße grüner und attraktiver machen.
Thomas Kütter, Bürgermeister für Stadtentwicklung und Bau: „Mit der Umsetzung des Chemnitzer Modells geht mehr einher als die Verlegung von Straßenbahngleisen. Vielmehr führen wir mit dem Umbau der Leipziger Straße auch die begonnene Aufwertung der Innenstadt fort und gestalten die nördliche Einfallachse in die Stadt neu – grüner und attraktiver als je zuvor.“
Die Vorzugsvariante sieht in diesem Streckenabschnitt voraussichtlich vier Haltestellen vor, welche künftig parallel und in Mittellage entlang der Straßenbahntrasse angeordnet sind. Mit der Fertigstellung des Planfeststellungsabschnitts 2 wird nach heutigem Stand der Planung die Straßenbahnlinie 4 den neuen Streckenabschnitt regulär bedienen. Die Buslinie 21 wird dann zwischen Ebersdorf und Stadtzentrum verkehren. Die Strecke zwischen Eissportzentrum und Chemnitz-Center wird bis zum Ende der Baumaßnahmen weiterhin mit Bussen bedient.
Der Chemnitzer Stadtrat entscheidet im Oktober 2026, ob die vorgestellte Vorzugsvariante umgesetzt wird. Falls diese Entscheidung fällt, geht es folgendermaßen weiter: 2027 soll die verfeinerte Entwurfsplanung erfolgen, 2028 das Planfeststellungsverfahren. Baubeginn ist vorgesehen nach Abschluss der Arbeiten am PFA 1 – also nicht vor dem Jahr 2030.
Fakten zum Gesamtbauvorhaben Bahnstrecke Chemnitz <> Limbach-O. (Chemnitzer Modell Stufe 4 – kurz: CM4):
Die gesamte Bahnlinie (16 Kilometer) soll Mitte der 2030er Jahre fertig sein.
Die Kosten für die Gesamtbahnstrecke nach Limbach-Oberfrohna liegen im mittleren dreistelligen Millionenbereich.
Es ist ein koordiniertes Bauvorhaben mit eins Energie in Sachsen, dem Entsorgungsbetrieb der Stadt Chemnitz (ESC) und der Stadt Chemnitz.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Bildtext So soll die Leipziger Straße in Chemnitz nach dem Bau der Bahnlinie aussehen. Computerdarstellung: Iproplan/VMS