Energiegeladen.
Effizient. Einsatzbereit.
Elektrisch unterwegs auch ohne Fahrdraht: Das sind die neuen VMS-Akku-Züge. Die ersten Fahrzeuge mit dieser Technologie in Sachsen sind fahrplanmäßig seit 2. Februar 2026 zwischen Chemnitz — Leipzig (RE 6) im Einsatz.
Die Akku-Züge (eine Version des Typs Coradia Continental) werden von ALSTOM gebaut und waren bereits ab Dezember 2023 zwischen beiden Städten eingeplant. Lieferschwierigkeiten führten aber zum verzögerten fahrplanmäßigen Einsatz auf der 81 km langen Bahnstrecke. Bis Mitte Juni 2026 sollen die elf vom VMS bestellten Akku-Züge die zurzeit verkehrenden Diesel-Doppelstockzüge aus den 1990er Jahren komplett ersetzen.
Die neuen Züge laden ihre auf dem Dach befindlichen Akkumulatoren (Kapazität: 840 kWh) während des Halts im Chemnitzer Hauptbahnhof und Leipziger Hauptbahnhof über die Oberleitung mit ihren Stromabnehmern auf. Sie fahren leise, bequem und umweltfreundlich.
Die Reichweite beträgt bis zu 120 km. Die Bahnen sind als dreiteilige Triebzüge ausgeführt und verkehren in der Regel in Doppeltraktion. Sie sind klimatisiert, verfügen über Rollstuhlplätze, Fahrradstellplätze und zwei behindertengerechte WCs. Im Vergleich zu den bislang eingesetzten Diesel-Doppelstockzügen kommen die Akku-Züge auf 274 Reisesitze und 26 Klappsitze.
Die Doppelstockzüge verfügen nur über 270 Reisesitze, haben dafür jedoch 70 Klappsitze. Durch fehlenden Stauraum für Gepäck sind in den Doppelstockzügen bisher oft Plätze belegt und Klappsitze blockiert. Hier punkten die neuen Akku-Züge mit insgesamt 120 m an großzügigen Gepäckablagen. Dazu kommen 72 Steckdosen (220 V) für den Gratisgebrauch, 44 Tische, 82 Klapptische und ein umfangreiches Fahrgastinformationssystem mit 22 Monitoren. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 160 km/h – 20 km/h mehr als die Doppelstockzüge fahren können.
Yannek Tschersich war zum Betriebsstart am 2. Februar 2026 einer der ersten Fahrgäste, die 05:31 Uhr ab Chemnitz Hauptbahnhof nach Leipzig fuhren: „Ich pendle jeden Tag. Die neuen Züge gefallen mir. Sie sind leise, umweltfreundlich und modern. Die Atmosphäre in den Akku-Zügen ist einfach besser.“
Die Akku-Züge des VMS unterscheiden sich von den bereits auf elektrifizierten Strecken im Einsatz befindlichen Coradia Continental (RE 3 Dresden – Chemnitz – Hof, RB 30 Dresden – Zwickau und RB 45 Chemnitz – Elsterwerda) für den Fahrgast nur durch die Akkus auf dem Dach.
Im Auftrag des Zweckverbandes Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) und des Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) ist die Mitteldeutsche Regiobahn (MRB, Transdev-Gruppe) mit der Betriebsführung der Akku-Züge auf RE 6 beauftragt. Die insgesamt elf Fahrzeuge sind Teil des Fahrzeugpools der VMS GmbH, die mit Hilfe eines Bankenkonsortiums, eines Darlehensvertrages mit dem ZVNL und eines nicht rückzahlbaren Zuschusses des ZVMS finanziert werden. Auftragswert: rund 70 Mio. Euro.
Die gleiche Zuverlässigkeit wie die Verbindungen zwischen Dresden, Chemnitz und Hof (RE 3, RB 30) werden die Akku-Züge auf RE 6 jedoch trotz Spitzentechnologie nicht erreichen können: Dies liegt an der eingleisigen Bahnstrecke, die für Störungen anfällig ist. Aktuell planen DB und Freistaat den überwiegend zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung. Der Fertigstellungstermin ist offen. Der Streckenausbau ist die Voraussetzung für den Einsatz längerer Züge und einen 30-Minuten-Takt.